“..Der Puppenmeister..“

https://www.zeit.de/amp/2019/06/herbert-kickl-innenminister-fpoe-agenda-setting-medien-empoerung?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.twitter.ref.zeitde.share.link.x&__twitter_impression=true

“..Die Dramaturgie ist eigentlich ganz einfach: Herbert Kickl behauptet etwas, von dem er weiß, es werde bei der Opposition und den Medien einen Sturm der Empörung auslösen. Beim Koalitionspartner erzeugt er eine Mischung aus Verlegenheit und Distanzierung. Zuletzt gelang ihm das mit dem Hinweis, das Recht habe der Politik zu folgen und nicht die Politik dem Recht. Im gleichen Atemzug rüttelte er an der Europäischen Menschenrechtskonvention, die seiner Meinung nach eine „seltsame rechtliche Konstruktion“ aus den Fünfzigerjahren darstelle.

Der Innenminister steht damit wieder im Mittelpunkt – ganz im Sinne der Regel: „No news is bad news; any news is better“, besser eine negative Schlagzeile als gar keine. Kickl macht sich so selbst zum Thema.

Alle anderen spielen die Rolle, die ihnen Puppenmeister Kickl zugewiesen hat: ein um den Ruf Österreichs besorgter Bundespräsident, ein Justizminister, der mit dem Innenminister nicht übereinstimmt, ein Kanzler, der sich, zumindest ansatzweise, um Distanz bemüht. Die Kritik der Richtervereinigung, der mediale Sturm – das alles ist natürlich von Kickl einkalkuliert. Seine Zielgruppe ist ja nicht die politische Klasse. Seine Zielgruppe sind die, für die er einmal – noch als Jörg Haiders Wortschmied – formuliert hat: „Er“ (damals Haider, nun Kickl selbst) sage das, was „ihr“ euch denkt. Kickl provoziert nicht, er sucht bewusst die Empörung, die ihn in den Mittelpunkt stellt…“

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